
Symbolische (Ver)Formungen
Einführung in die Kultursemiotik
Symbolische Verformungen ist eine interaktive, anwendungsbezogenen Lehr- und Lernplattform, angeknüpft an das gleichnamige Buch von Eva Kimminich.
Beides führt in die Grundlagen der Kultursemiotik ein, indem Konzepte und Modelle für eine semiotische Betrachtung der christlich kapitalistisch geprägten Kultur einsetzt werden. Dazu werden einige ihrer zentralen Denkfiguren als eine Programmatik beleuchtet, die die heutige fortschritts- und technikorientierte postmoderne Gesellschaft hervorgebracht hat, ihre Möglichkeiten wie ihre Fallstricke und Folgen.
Die mit den Studierenden erarbeiteten Erklärvideos, Podcasts und Filmdokumentationen veranschaulichen die theoretischen Modelle durch abwechslungsreich und unterhaltsam gestaltete Beispielanalysen. Sie eröffnen eine analytische Perspektive auf aktuelle soziokulturelle Entwicklungen. So wächst die Mediathek der Plattform mit den Seminararbeiten der Studierenden der kommenden Generationen und bleibt immer auf dem neusten Stand.
Die Plattform ist nur für Studierende des Masterstudiengangs Angewandte Kulturwissenschaft und Kultursemiotik zugänglich. Interessierte können die kulturanalytische Einführung als gedrucktes oder als e-Book erwerben, das durch integrierte QR-Codes ebenfalls Interaktivität bietet. Die Codes verweisen auf die jeweils passenden Erklärvideos, Podcasts und Filmdokumentationen der Mediathek, die allen offensteht.
Kultur & Semiotik
Der Begriff der Kultur hat viele Facetten. Er bringt die Beziehung des Menschen zu Natur, zu seiner Lebensweise und der anderer zum Ausdruck, aber er wird auch als Wert oder Label genutzt. So kann er als Anlass für Kriege, als Köder für Konsum oder der Verkleidung von Herrschaft und Ausbeutung dienen. Kulturphilosophie, Kulturwissenschaften, Soziologie und Ethnologie haben diese Aspekte mit unterschiedlichen Akzentsetzungen zu ihrem Aufgabenbereich gemacht. An einer Auswahl der wichtigsten Theorien aus Kulturwissenschaften, Soziologie und Ethnologie werden die jeweiligen Konzepte und Erkenntnisse skizziert.
‚Werkzeuge‘ der Wirklichkeitsgestaltung
Im 2. Teil werden Zeichen, Metaphern und Mythen anhand von greifbaren, detailliert ausgeführten Beispielanalysen aus Vergangenheit und Gegenwart als Werkzeuge gesellschaftlicher Wirklichkeitsgestaltung erläutert. Sie sind sinngenerierende Einheiten des symbolischen Universums, in dem jede Gesellschaft lebt.
Reprogramming culture
Im 3. Teil werden die semiotischen Kernkonzepte zusammengefasst, um einen Einblick in die Dynamik der Kulturprogrammatik zu nehmen. Vier Beispielanalysen aus der Populärkultur veranschaulichen die Wirkungskreisläufe zwischen sozialer Lebenswelt, Identitätsbildung, ihren gesellschaftlich festgelegten Vorgaben und deren Umprogrammierungen. Am Beispiel des Histotainments, verschiedener Formen des subkulturellen Zeichenhandelns, der Recodierung stigmatisierender Bezeichnungen und dem History-re-telling im Rap sowie am World-Faking rechtpopulistischer Internetplattformen wird die Anwendung des kultursemiotischen Theoriedesigns veranschaulicht. Die exemplarischen Analysen öffnen den Blick auf das Spektrum semantischer Umdeutungen und Rekontextualisierungen, die durch den Gebrauch soziokultureller Programme entstehen.